Erstgespräche

Dieses Fortbildungsangebot richtet sich ausschließlich an SchülerInnen und StudentInnen bzw. deren DozentInnen.

 

Das Erstgespräch ist vor allem aus zwei Gründen sehr entscheidend:

  • Hier werden die Grundlagen für die nachfolgende Befunderhebung und Therapie besprochen. Je strukturierter und klarer dieses verläuft, desto effektiver wird alles nachfolgende sein.
  • Im Erstgespräch findet der erste längere Kontakt zwischen Patient und Therapeut statt. Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass der erste Eindruck sehr entscheidend ist. Je kompetenter und souveräner der Therapeut auftritt, desto erfolgsträchtiger sind die weiteren Maßnahmen. Je sicherer und aufgehobener sich der Patient fühlt, desto mehr wird er vertrauen und sich öffnen bzw. mitarbeiten.

Darüber hinaus ist das Erstgespräch die Therapiesituation, auf die man sich am wenigsten vorbereiten kann. Während man diagnostische und therapeutische Schritte im Vorwege planen, absprechen und supervidieren kann, muss man im Erstkontakt absolut spontan aus der Situation heraus agieren.

 

Entsprechend werden in dieser Fortbildung drei wichtige Aspekte angesprochen, die zu Stolpersteinen werden können. Theoretische Grundlage sind die vermittelten grundlegenden Aspekte des „PPSM“. Praktische Bezüge werden nicht nur dargestellt und erläutert, sondern auch in Kleingruppenarbeit geübt.

 

Der lösungsorientierte Ansatz der Therapeuten und die Problemfokussierung der Patienten
Der lösungsorientierte Ansatz setzt sich in der Ergotherapie immer mehr durch. Dabei stellt man jedoch häufig fest, dass gerade im Erstgespräch Patienten mit einer entsprechenden Zielorientierung überfordert sind. Angemessene und aussagekräftige Ziele zu formulieren fällt ihnen schwer, immer wieder rutschen sie in ausgiebige Problembeschreibungen.

Sie lernen, lösungsorientiert zu arbeiten und doch dem Bedürfnis der Patienten gerecht zu werden, sich den Frust von der Seele zu reden.

 

Die Überprüfung der Vollständigkeit und Gewichtung der genannten Ziele
Recht häufig öffnen sich Patienten erst im Verlauf der Therapie. Das bedeutet, dass erst nach einigen Therapiestunden die wirklichen Ziele deutlich werden. Entweder wandeln sich diese komplett oder aber es werden immer mehr. Nicht selten stellen wir jedoch auch fest, dass die notwendige Motivation zu fehlen scheint.

Sie lernen, von Beginn an die Vollständigkeit und Ernsthaftigkeit bzgl. der genannten Ziele zu überprüfen.

 

Das Sortieren der Informationen und Fallen vermeiden
Häufig erhalten wir in einem Erstgespräch eine Vielzahl an Informationen. Allein diese zu sortieren und zu dokumentieren ist eine Kunst, da ja gleichzeitig häufig der Anspruch besteht, das Gespräch weiter gewissenhaft und empathisch aufrechtzuerhalten. Dabei gilt es zusätzlich zu beachten, dass uns Patienten mit ihren Informationen (meist ungewollt) manipulieren und in eine bestimmte Richtung lenken.

Sie lernen, die Informationen von vornherein zu sortieren und somit Stolpersteine zu umgehen.

 

Ablauf der Fortbildung:

9:00 - 10:30 Uhr      Einführung; Theorie des PPSM: erste Grundlagen
10:45 - 12:15 Uhr    Theorie Erstgespräch I; lösungsorientiert Arbeiten – erste Stolpersteine umgehen
13:00 – 14:30 Uhr   Theorie Erstgespräche II; das Überprüfen der Ziele
14:45 – 16:15 Uhr   Theorie Erstgespräche III; das Sortieren der Informationen
16:30 – 19:00 Uhr   Einblicke in und Ausblicke auf das PPSM mit offener Diskussion

 

Die Fortbildung findet bei Ihnen an der Schule bzw. Fachhochschule statt. Hierfür müssen mindestens 15 Personen teilnehmen. 

bis 20 Teilnehmer:            40 € pro SchülerIn                         80 € pro DozentIn

bis 30 Teilnehmer:            35 € pro SchülerIn                         75 € pro DozentIn

bis 40 Teilnehmer:            27 € pro SchülerIn                         70 € pro DozentIn

 

Sollte sich keine Gruppe finden, aber Einzelpersonen dennoch Interesse haben, können Sie sich gerne melden.